Equipment für 3 Monate auf dem Balkan – Review und Bikepacking Packliste
Schau mir in die Packtaschen, Kleines! Ich zeige ich dir, was ich auf meiner mehrmonatigen Radreise zum Balkan dabei hatte. Natürlich gibt’s die Bikepacking Packliste als praktischen Download. Und ein paar Worte, warum ich was haben wollte und wie die einzelnen Dinge performed haben. Let’s roll!
Das Abenteuer zur Packliste: mit dem Gravelbike von Hannover nach Bosnien
Bevor wir in die nerdigen Equipment-Details einsteigen, hole ich dich erstmal kurz ins Boot bzw. aufs Rad: Ich bin im Sommer 2025 mit meinem Gravelbike Tiggy von Hannover nach Bosnien gefahren – und wieder zurück. Zu dem Zeitpunkt war ich Bikepacking-Newbie und hatte noch nie eine Radreise unternommen – nicht mal für ein Wochenende. Die großen Equipmentteile wie Zelt und Schlafsystem konnte ich vom Wandern übernehmen, aber ansonsten brauchte ich viel neu.
Wenn du mehr zu meiner Radreise wissen möchtest, dann sind diese beiden Blogbeiträge für dich interessant:
Ein Hinweis zu Links in diesem Beitrag
Mein Equipment habe ich vollständig selbst gekauft. Die Links im Beitrag sollen dir helfen, möglichst schnell weitere Informationen zum jeweiligen Artikel zu bekommen. Es handelt sich dabei NICHT um bezahlte Affiliate-Links.
Download Packliste
Für die Packlisten-Nerds unter euch (zu denen ich mich auch zähle ;-), die es kaum abwarten können, das Ganze schön aufgelistet im Überblick zu haben – hier kannst du die Bikepacking Packliste sofort downloaden:
Tiggy – mein Gravelbike
Direkt vorneweg: Tiggy ist für mich viel mehr als nur „Equipment“. Er ist mein Abenteuer-Buddy, mein treuer Begleiter, mein Zuhause auf zwei Rädern. Deshalb hat er auch einen Namen*. Und weil er so eine wichtige Rolle bei meinem Balkan Bikeventure gespielt hat (und auch weiterhin beim Radeln/Bikepacken spielt), gehört er natürlich ganz vorn in diesen Beitrag.
* Falls du dich fragst, woher der Name kommt: Tiggy heißt ein Halbriese in einem Fantasy-Roman von T.J. Klune. 😉
Tiggy ist ein LIV Devote Advanced 2
Die genauen Specs kannst du dir bei LIV angucken (Baujahr 2024). Ich erzähle dir hier eher untechnisch, warum ich mich für ihn entschieden habe.
Warum ein Gravelbike?
Ich wollte auf den Balkan und wusste, dass es dort ein Rad braucht, das auch mal Schotterpisten und Waldwege bewältigen kann. Gleichzeitig beinhaltete die Route aber auch viele einsame Landstraßen mit (mehr oder weniger gutem) Asphalt, so dass ein reines Mountainbike drüber gewesen wäre. Ein Gravelbike erschien mir als das Beste aus beiden Welten – graveltauglich, aber auch mal zügiger auf Asphalt zu fahren. Zumal ich Tiggy ja nicht nur für dieses eine Abenteuer haben wollte, sondern auch fürs Radeln zu Hause. Auch hier brauche ich ein flexibles Bike, denn ich bin nicht so der „Ich habe 5 Fahrräder – für jede Gelegenheit eins“-Typ.
Warum ein LIV Devote?
- LIV ist die Frauenmarke von Giant und baut Räder, die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind. Zum Beispiel sind die Lenker schmaler, weil wir Frauen oft schmalere Schultern als Männer haben. Die frauenspezifische Bauweise bedeutet für mich unterm Strich ein angenehmeres Fahren, weniger Verspannungen und damit längeren Spaß auf dem Rad.
- Die Shimano GRX Schaltung ist bergtauglich. Sehr hilfreich, denn in Bosnien und speziell Montenegro geht’s eigentlich immer bergauf.
- Wo es hochgeht, geht’s auch wieder runter – Scheibenbremsen, thank you very much!
- Das Devote hat einen Carbonrahmen und ein Gewicht von 8,5 kg (ohne Pedalen). Ich dachte mir: Je leichter, desto besser kommst du die Berge hoch. Vor allem, weil ich davon ausgegangen bin, dass ich auch mal schieben oder tragen muss (ja, musste ich!). Hinweis: Die maximale Zuladung beträgt insgesamt 150 kg (136 kg Fahrerin/14 kg Gepäck laut LIV).
- Das Bike kommt vorgerüstet für Tubeless-Reifen und hat Maxxis Rambler in 70×40 drauf. Ein Segen! Ich hatte auf der ganzen Reise keinen einzigen Platten – und das bei teilweise sehr geringem Reifendruck. Zudem fühlte ich mich mit dem Grip der Reifen sehr sicher.
- Super fürs Bikepacking sind die vielen Montagemöglichkeiten. Am Ober- und Unterrohr sowie an der Gabel gibt es mehrere Schraubvorrichtungen. Und ein kleines Rahmenstaufach.
- Die Farbe Kelp Forrest ist einfach der Knaller. 😉
Was habe ich ausgetauscht bzw. dazugekauft?
Pedalen
Das LIV Devote wird ohne Pedalen geliefert. Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht mit Klickies fahren möchte. Ich fühle mich mit denen einfach nicht sicher und verspanne mich dann beim Fahren unnötig. Zudem wusste ich, dass ich auf meiner Radreise auch öfter mal schieben werde (Rookie = fehlende Bergfitness und -technik) und zwischendurch auch mal ne Wanderung einschieben möchte. Daher sind es diese Plattform-Pedalen geworden: Crankbrothers Stamp 7 (small)
Damit bin ich super zufrieden. Die Teile geben durch die Metall-Nupsis richtig guten Halt und die Lager halten auch das dollste Gerüttel aus. Mal ganz davon ab, dass die Green-Splatter-Version richtig cool aussieht…
Sattel
Meine Sitzknochen liegen ziemlich weit auseinander, daher war der mitgelieferte Sattel für mich zu schmal. Im Radladen hat mir ein Mitarbeiter die Sättel von SQlab empfohlen. Ich habe mir den Gravelsattel 614 ERGOWAVE active 2.1 bestellt und bin damit sehr zufrieden. Zusammen mit meiner gepolsterten Radhose ist der richtig gemütlich, lässt sich aber auch ohne Polster für einen Tag fahren.
Rack
Tiggy ist klein, kompakt und wendig. Fürs Fahren ist das granatenmäßig. Fürs Gepäck bedeutet das aber auch, dass der Platz begrenzt ist. Was bei anderen Rädern locker an Lenker, Sattel oder Frame passt, muss hier genau ausgekungelt werden. Deshalb habe ich mich für ein Rack und Gravelpacks entschieden – das ist einfach entspannter. Dazu erzähle ich im nächsten Punkt mehr.
Fazit zu Tiggy
Ich liebe meine kleine Powergranate! Der Typ fährt sich super und hat mich mittlerweile 8.000 km zuverlässig durch dick und dünn getragen. Ich fühle mich mit ihm gleichermaßen sportlich und sicher. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich keinen großen Vergleich habe. Wie so viele Dinge rund um mein Balkan Bikeventure habe ich mich auch für Tiggy nach Bauchgefühl entschieden und gar nicht viel anders ausprobiert… 🙂
Rack und Bikepacking Taschen
Packtaschen für ein kleinrahmiges Gravelbike wie Tiggy zu bekommen und sie dann noch erfolgreich mit dem ganzen Equipment für 3 Monate zu befüllen, ist wie Tetris im Endlevel. Ich musste ein bisschen rumprobieren, bis alles seinen Platz hatte und auch die eine oder andere Tasche zurückgehen lassen. Am Ende habe ich mich für ein Rack und kleine Gravelpacks entschieden – das war äußerst praktisch und trotzdem relativ leicht.
Was war alles am Rad?
- Ortlieb Quick Rack
- Ortlieb Gravelpacks (2x 25 l)
- Ortlieb Dry Bag Valve (12 l)
- Ortlieb Handlebar Bag (9 l)
- Ortlieb Framebag (4 l)
- Revelate Mountain Feedbag
- 2 no name Flaschenhalter
- Straps von Fixplus
Warum (fast) alles von Ortlieb?
Qualität
Ich kaufe gern Sachen, die lange halten und richtig gut funktionieren. Das finde ich am nachhaltigsten und habe daran auch den meisten Spaß. Ortlieb hat in Sachen Verarbeitung und Langlebigkeit den besten Ruf. Nach 4.000 km Radreise kann ich sagen: zu Recht. Meine Taschen sind immer noch so gut wie neu.
Wasserfest
Da ich Anfang Mai in Deutschland gestartet bin, musste ich wettermäßig mit allem rechnen – auch mit Dauerregen. Daher war es mir sehr wichtig, dass die Taschen zuverlässig wasserfest sind. Auch dafür ist Ortlieb bekannt.
Fest am Bike
Die Taschen sind wirklich durchdacht und lassen sich bombenfest am Rad befestigen. Strippen, Laschen, Schnallen – auch hier merkt man die hochwertige Verarbeitung. Ans Handling musste ich mich erst gewöhnen. Das lag aber eher daran, dass ich vorher noch nie Bikepacking-Taschen in der Hand hatte. Nach einer Woche on the road hatte ich den Dreh raus.
Optik
Mir gefällt die Bikepacking-Serie optisch – schwarz und orange ist ein cooler Kontrast. Und beides funktioniert prima mit Tiggy. 🙂
Eine Anmerkung zum Gewicht: Robust, wasserfest, durchdacht – Ortlieb-Taschen sind die sichere Bank. Ultraleicht sind sie nicht. Aber wirklich schwer ist die Bikepacking-Serie auch nicht. Da ich kein Rennen fahren, sondern mehrere Monate auf Reisen sein wollte, waren mir die Qualitätsmerkmale das Gewicht wert.
Bike-Zeugs und Ersatzteile
An diesem Punkt habe ich länger rumüberlegt, denn ich bin technisch nicht wirklich versiert und Bike-Service wird auf dem Balkan nicht flächendeckend angeboten, höhö… Also habe ich beschlossen, die wichtigsten Dinge für Maintenance und Reparaturen einzupacken und mich darüber hinaus auf mein Problemlösungsmindset und meine kommunikative Ader zu verlassen.
Das hatte ich dabei:
- die wichtigsten Ersatzteile: 2 Sätze Bremsbeläge, Schaltauge
- ein Reifen-Repair-Set: Tubeless-Kit von Peaty’s, Reifenheber, Notfallschlauch & Mini-Patches
- ein paar Pflege-Utensilien: Schwamm, Bürste, Kettenöl
ein Multi-Tool - Luftpumpe Topeak Race Rocket MT
- Aufsteckbares Vorder- und Rücklicht
Sorgte für Grübeleien: Welches Fahrradschloss nehme ich mit?!
Boah, hat mich das Nerven gekostet! Ich habe richtig lange mit mir gerungen, was für ein Fahrradschloss ich mitnehme. In anderen Blogs und Accounts habe ich meistens nur so fipsige kleine Dinger in Packlisten gefunden. Schlösser, die nur als Wegfahrsperre, aber nicht als Sicherung (über Nacht) gedacht sind. Die Bredouille ist ja: sichere Schlösser sind richtig schwer; leichte Schlösser lassen sich leicht knacken. Aber will man auf einer Bikepacking-Tour ein kiloschweres Schloss mitschleppen? Nicht wirklich…
Ich habe dann einen Kompromiss gemacht und ein Abus Bordo Lite 6055/60 mitgenommen. Das ist ein Faltschloss mit einem guten Verhältnis von Gewicht und Sicherheit – es wiegt ca. 500 g. Dadurch, dass es recht kurz ist, konnte ich Tiggy allerdings nicht immer an-, sondern oft nur abschließen. Ich hatte aber trotzdem ein besseres Gefühl damit. Zumal ein voll beladenes Gravelbike auch nicht einfach so vorm Supermarkt weggetragen wird. Irgendwann nimmt man die ganze Anschließerei auch etwas gelassener. Ein bisschen Vertrauen gehört einfach immer dazu.
Wohnen und Schlafen
Weiter geht’s mit den großen 3: Zelt, Isomatte und Schlafsack. Sie nehmen den meisten Platz ein, werfen ihr Gewicht in die Waagschale und kosten das meiste Geld. Wie gut, dass ich genau die drei schon länger für meine Mehrtageswanderungen habe. Auch schön, dass ich sie dadurch gut kannte und wusste, dass sie für mich und meine Bedürfnisse passen.
Zelt
Ich habe ein MSR Hubba Hubba NX-1 und bin sehr happy damit. Es ist ein doppelwandiges 1-Personen-Zelt, das mit einem Gewicht von ca. 1,3 kg leicht und trotzdem robust ist.
Ich verlinke euch mal das Aufbau-Video von MSR. Es ist zwar schon älter, aber an dem Zelt hat sich so gut wie nichts verändert. Mittlerweile ein Klassiker – zurecht!
Größe
Für Personen wie mich – ich bin 1,65 m groß – ist die Liegefläche ausreichend, um Klamotten und Waschzeug ans Fußende legen zu können. Seitlich neben die Isomatte passt noch mein Kleinkram wie E-Reader und Handy. Wahlweise auch ein Arm oder Bein, dann ist aber auch schon Schluss. Die Apside nutze ich für Wasser, Essen, Kocher und Schuhe. Den Rest lasse ich über Nacht in meinen Packtaschen am Bike. Sitzen kann ich im Hubba Hubba bequem aufrecht – das ist prima, wenn man zwar schon ins Zelt, aber noch nicht in die stabile Seitenlage möchte. Wer es nicht gern eng mag, sein ganzes Zeug mit reinnehmen möchte oder auch mal einen Schlechtwettertag aussitzen muss, greift vielleicht lieber zur größeren Variante NX-2.
Aufbau
Herrlich einfach! Als ich das Zelt neu hatte, habe ich es testweise bei meinen Eltern im Garten aufgebaut. Das war so leicht, dass ich danach dachte: „Like a Pro – kann losgehen!“ Noch ein technischer Hinweis: Nur das Innenzelt des Hubba kann 100 % freistehend aufgebaut werden. Beim Außenzelt werden die Apside und die gegenüberliegende Seite abgespannt. Theoretisch kannst du das Abspannen auch lassen, was aber auf Kosten der Belüftung und des bestmöglichen Regenschutzes geht.
Material
Das Zelt fühlt sich insgesamt sehr hochwertig an und hat bei meinen bisherigen Touren beste Dienste geleistet. Es ist kein Regen durchgekommen, das Gestänge hat sich nicht verbogen und die Heringe ließen sich auch in festen Boden ohne zu Mucken einbringen. Ich habe mir für das Zelt einen passenden Footprint von MSR gekauft. Diese Unterlage schützt die Zeltunterseite vor rauem Untergrund, hält sie sauber und bietet eine zusätzliche Schicht gegen Feuchtigkeit von unten. Die 150 g on top finde ich sehr lohnenswert.
Packen
Bei mir passen Zelt und Footprint komplett in die Handlebarbag – allerdings ohne das Gestänge. Es ist für meinen Lenker zu lang und muss deshalb hinten auf dem Rack mitfahren.
Isomatte
Mich hat damals der Klassiker direkt angesprungen: die Therm-a-Rest NEOAIR XLITE. Ja, sie ist teuer. Ja, sie ist es wert. Denn die Kälte, die über den Boden kommt ist selbst im Sommer nicht zu unterschätzen.
Isolation
Da ich ein Frosti bin, habe ich mich für die Women’s Variante entschieden. Mit einem R-Wert von 5,4 und einer Dicke von über 6 cm hat sie noch bessere Isolationseigenschaften als das Standardmodell. Die Entscheidung war goldrichtig, denn die Matte hält von unten super warm. Da mein Modell nicht mehr hergestellt wird, verlinke ich dir die aktuelle NeoAir XLite NXT.
Größe
Joa, die ist schon schmal mit ihren 51 x 186 cm. Als Seitenschläferin hängt mein Po manchmal ein bisschen über und meine Arme muss ich auch irgendwie anders um den Körper legen als sonst. Aber das ist alles machbar und man gewöhnt sich relativ schnell daran. Zumal Gewicht und Packmaß der Matte super sind. Größere Leute sollten aber besser Rückenschläfer sein oder sich eine andere Variante gönnen.
Komfort
Ich puste die Matte nicht ganz bretthart auf, so dass meine Schultern etwas einsinken können. Das geht zwar ein bisschen auf Kosten der Isolation, aber in Nächten bis ca. 8 Grad funktioniert das prima. Meine Matte knistert ordentlich, wenn man sich darauf bewegt. Mich stört das nicht, aber für Geräuschempfindliche ist sie nichts. Soweit ich weiß, hat Therm-a-Rest diesen Part bei den neueren Modellen stark verbessert.
Kissen
Die NeoAir hat kein Kopfteil. Deshalb kommt ein Mini-Kissen mit: das Sea-to-Summit Aeros Large. Es wiegt knapp 60 g und hat eine weiche, veloursartige Oberfläche. Wie bei der Matte puste ich auch das Kissen nicht bretthart auf – es ist für mich angenehmer, wenn es noch etwas wabbelig ist.
Schlafsack – in meinem Fall Schlafquilt
Jetzt wird’s etwas special, denn wir kommen zu „Bernie“ – meinem lila-orangen Quilt. 🙂 Bernie ist ein echter US-Amerikaner aus Minnesota: ein Enlightened Equipment Revelation Daunen-Quilt mit einer Temperaturangabe von -6°C/20°F. Und ich liebe ihn!
Kurzer Exkurs Quilt
Während Schlafsäcke dich komplett umschließen, ist ein Quilt an der Rückenseite geöffnet. Nur die Fußbox kann über einen Reißverschluss und Zugbänder geschlossen werden. Am Hals kann man den Quilt ebenfalls mit einem Zugband enger machen. Für Seitenschläfer wie mich ist ein Quilt besser geeignet, weil er mich nicht einengt und mich nicht in eine ungewohnte Schlafposition zwingt. Zudem spart ein Quilt Volumen und Gewicht, weil er weniger Material benötigt. That said: Du brauchst im Tandem mit einem Quilt eine sehr gute Isomatte, weil die Isolation von unten umso wichtiger ist.
Isolation
Du fragst dich vielleicht, warum ich auf eine Balkan-Tour im Sommer einen Quilt für -6° C mitnehme. 1. Ich bin ein ziemlicher Frosti – frieren ist so ziemlich das Blödeste für mich. Da schwitze ich lieber. 2. Ich bin Anfang Mai in Deutschland gestartet. Da kann es nachts auch noch unter 5° C haben. 3. Meine Tour führte auch durch bergige Gegenden. Da wird’s auch in der warmen Saison nachts empfindlich kalt. Meine Empfehlung: Wenn du unsicher bist, nimm lieber den wärmeren Schlafsack/Quilt. Aufdecken kannst du dich immer. Nachlegen ist dagegen oft nicht so einfach.
Material
Das Außenmaterial von Bernie ist ultraleichtes 10D Nylon. Es ist supersoft und seeehr glatt – man flutscht ein bisschen darin herum, fühlt sich aber insgesamt wie in einer weichen Wolke eingehüllt. Das wird natürlich durch die hochwertigen Daunen unterstützt. Leider gibt es bisher keine gleichwertige Kunstfaser-Alternative, was das Volumen-Wärmeverhältnis anbelangt. Sonst hätte ich hier sehr gern ein veganes Produkt genommen.
Gewicht und Packmaß
Die gute Nachricht zuerst: der EE Revelation ist ein ultraleichter Quilt. Die weniger gute gleich hinterher: Er ist aufgrund der -6° C auch ein kleiner Dicki. Ich packe ihn deshalb in einen speziellen, wasserfesten Kompressionssack: Sea to Summit Ultrasil Evac (8l).
Travelsheet
Ergänzend zu Bernie hatte ich ein Cocoon Travelsheet aus Seide dabei. Dieses leichte Teil hat mehrere nützliche Eigenschaften: 1. Bringt in kalten Nächten bis zu 5° C zusätzlich. 2. Kann ich warmen Nächte als standalone Schlafsack genutzt werden. 3. Hält Bernie sauber.
Hinweis zu Fertigung & Zoll
EE Quilts könnt ihr in Standardausführungen in ein paar deutschen/europäischen Shops bestellen. Wenn ihr euren Quilt custom-made in Minnesota bestellen wollt – ihr könnt Modelle, Farben und Materialien individuell wählen – müsst ihr bis zu 2 Monate Lieferzeit einplanen. Zudem kommen auf den Kaufpreis noch Steuern und Zollgebühren on top.
Kochen/Essen
Ich reibe mir gerade gedanklich die Hände, denn das Thema Kochen/Essen ist eins meiner liebsten (auch ab vom Radeln und Wandern). Mein Herz hüpft JEDES MAL, wenn ich das Feuerzeug an meinen Gaskocher halte und es dieses äußerst befriedigende Flammengeräusch gibt. Zum Thema Kochen/Essen unterwegs wird’s noch einen extra Blogpost mit Tipps und Rezepten geben. Jetzt aber erstmal zu meinem Equipment:
Kocher
Ich koche mit Gas und habe den super simplen Soto Amicus für Schraubkartuschen. Er ist klein, leicht (ca. 70 g) und sehr einfach zu benutzen. Für den Balkan hatte ich kurz überlegt, mir einen Spiri-Kocher zu holen, weil man den mit so ziemlich allem befeuern kann. Hab ich dann aber nicht gemacht. Ein Glück, denn ich bin mit einer Gaskartusche eeeewig hingekommen. Das Wasser kommt auf den meisten Campingplätzen schon so heiß aus der Leitung, dass man es fast zum Kochen nutzen kann. Oder es gibt einen Wasserkocher. Oder einen Herd. Hat auf jeden Fall gut hingehauen…
Topf
Mein Titantopf von Robens fasst 900 ml, wiegt 120 g und ist so groß, dass eine mittlere Gaskartusche mit 230 g hineinpasst. Wenn ich eine kleine Kartusche mit 100 g nutze, passt sogar noch der Kocher mit rein.
Mir waren die 900 ml wichtig, weil ich als Frosti gern heißes Wasser trinke. Wenn ich einmal fürs Essen anfeuere, mache ich gleich den ganzen Topf voll und trinke den Rest. Zumal ich nur sehr selten direkt im Topf koche. Eigentlich hab ich immer Essen, das man nur mit heißem Wasser aufgießen muss: zum Beispiel Couscous, Haferflocken oder Fadennudeln.
Geschirr
Tasse: Ein Berghaferl von Wildo. Es ist leicht und durch seine ml-Angabe praktisch zum Abmessen von Wasser. Außerdem ist es super, um einen Apfel drin zu transportieren.
Tupper: Ein 500 ml Tupper von Emsa. Ja, er braucht Platz – aber er ist auch echt praktisch. Da kommt das Lunchbrötchen vom Pensionsfrühstück rein oder der zwischendurch im Supermarkt geshoppte Brotaufstrich oder das bereits am Morgen „aufgegossene“ Mittagessen. Damit ist er Aufbewahrungsbox und Schale in einem. Durch die vier Klipse kann auch wirklich nichts auslaufen – ein gutes Gefühl, wenn er oben auf den ganzen Klamotten liegt.
Ölflasche: Mein Essen ergänze ich direkt vorm Kochen gern mit einem Schwups Olivenöl. Auslaufsicher verwahrt ist das in einem kleinen Nalgene Fläschchen.
Göffel: Ich liebe den uno fork/spoon von humangear. Diese Gabel-Löffel-Kombi liegt super in der Hand und ist auch vom Mundgefühl her nett. Da ich aus meinem Tupper esse, brauche ich keinen langstieligen Löffel.
Messer: Sauscharf und praktisch – mit meinem Opinel No. 7 kann ich ziemlich viel schneiden. Zum Verteilen von Aufstrichen oder ähnlichem benutze ich lieber meinen Göffel.
Wasserversorgung
Wasserflaschen: Okay, hier wird’s vielleicht etwas fahrraduntypisch…ich hatte auf dem Balkan zwei 1-Liter-Edelstahlflaschen von 24bottles mit. Mir war diese Wassermenge wichtig, weil ich nicht wusste, wie die Wasserversorgung unterwegs ist. Mit 160 g finde ich das Modell für eine Edelstahlflasche trotzdem leicht. Zudem trinke ich einfach gerne draus, weil sie einen sehr angenehmen Hals und Rand hat.
Kleine PET-Flasche: On the go gekauft und immer wieder ausgetauscht, steckte das Teil mit leichtem Zugriff in meinem Snackbag.
Wasseraufbereitung: Weil ich zu Anfang meiner Reise dachte, dass ich bestimmt auch mal wild campe, hatte ich einen 3l Wasserbeutel von CNOC dabei. Das Teil ist super, ich hab ihn aber auf dem Balkan nicht benutzt, weil ich nicht wild gecampt habe… 😉 Das gleiche gilt für meinen Sawyer Mini Wasserfilter und die Micropur Forte Tabletten zur Wasserdesinfektion.
Waschen/Bad
Ich bin immer wieder fassungslos, wie viel Platz der ganze Waschkram einnimmt. Auch wenn ich mich auf das Nötigste beschränke und nur kleine Packungsgrößen mitnehme, ist das Bad-Equipment ein Platzräuber. Denn ohne ein paar Essentials geht es bei mir nicht…
Wasch-/Duschzeug: Ich nehme es gern Dr. Bronner’s, denn es ist seeeehr ergiebig. Ein paar Tropfen genügen, um sich komplett einzuseifen. That said: Für mich taugt es nicht zum Haare waschen und auch als Zahnpasta-Ersatz würde ich es nie verwenden. Es ist okay, wenn man mal seine Schlüpper durchwaschen will…
Zahnbürste & Zahnpasta: Eine Bambuszahnbürste, Zahnseide und die sehr leichten, kompakten Zahnpasta-Tabs von Dentabs.
Shampoo: Ich nehme eine Reisegröße von irgendwas – meine Haare können so ziemlich alles ab außer Dr. Bronner’s, haha!
Haarzeug: Da meine Haare ziemlich kurz sind und den ganzen Tag unterm Helm, habe ich nur eine klitzekleine Menge Stylingcreme mitgenommen – für besondere Gelegenheiten.
Gesichtscreme: Auch auf dem Balkan habe ich meiner Haut ihre gewohnte Pflege gegönnt – abgefüllt in ein kleines Nalgene-Fläschchen.
Sonnencreme: Ich schwöre auf das 50er Sonnenfluid Ultrasensitiv von dm. Sie ist speziell fürs Gesicht, lässt sich super auftragen und wirkt – auch bei so heller Haut wie meiner – sehr zuverlässig.
Kontaktlinsen + Flüssigkeit: Beim Radeln trage ich immer Kontaktlinsen, weil ich dann meine Sonnenbrille aufsetzen kann. Also braucht’s einen Kontaktlinsenbehälter und -flüssigkeit. Dann noch ein Brillenetui, um meine Brille sicher zu verstauen – ohne die geht bei mir nichts, weil ich stark kurzsichtig bin. Abends tausche ich Kontaktlinsen gegen Brille – dann wandert die Sonnenbrille ins Etui.
Deo: Mit einer Tube oder einem Tigel Creme-Deo komme ich laaaaange hin. Schließlich weht einem beim Radeln ja immer ein Lüftchen unter die Achseln…
Carmex: Ganz ehrlich, ohne Carmex würde ich nicht losfahren. Es ist das beste Lippenzeug, das ich kenne.
Handtücher: Plural?! Ja, ich nehme zwei Handtücher mit. Ein ganz kleines Packtowl Personal mini für tagsüber oder wenn man sich morgens nur kurz das Gesicht und die Achseln wäscht. Und ein semi-kleines als Duschhandtuch auf dem Campingplatz. Beide sind aus Mikrofaser und trocknen bombastisch schnell.
Händedesinfektion: Ich bin eigentlich überhaupt kein Desinfektionsfreund. Bei uns zu Hause wird gar nichts desinfiziert und im Alltag benutze ich das Zeug auch nur, wenn ich in der Bahn auf Toilette war. Auf Touren finde ich es aber gar nicht so schlecht, weil man öfter mal in die Büsche muss und danach direkt zu seinem Pausenbrötchen greift oder in den Schlafsack kriecht. Übertreiben muss man’s aber auch hier nicht – ein kleines Fläschchen reicht bei mir lange hin.
Arschcreme: Ich hatte einen kleinen Stick von Bodyglide dabei – den hab ich mal als Giveaway geschenkt bekommen. Bei Touren zu Hause benutze ich sowas nicht, aber für die Radreise dachte ich mir, dass es nicht schaden kann, ihn mitzunehmen. War dann auch froh, denn ich habe mir irgendwo in Bosnien einen Mini-Wolf geritten. Der war durch das Bodyglide wesentlich angenehmer auszuhalten und ist dann auch wieder weg gegangen.
Was sonst noch: Ein Mini-Kamm – wer mit mir unterwegs ist und lange Haare hat, sollte seine Bürste nicht vergessen. Ich kann null aushelfen. 😉 | 1 Paket Taschentücher | Rei in der Tube zum Klamottenwaschen. | Mascara (die ich in der ganzen Zeit 2-3 Mal benutzt habe…) | Mini Rasierer und Ersatzklingen | Nageschere und -knipser
Apotheke & Supplements
Ich habe ein kleines Grundkit, das ich auch zum Wandern immer mitnehme. Es sind neben den üblichen Verdächtigen auch ein paar Erste-Hilfe-Essentials drin.
- Rettungsdecke
- Einmal-Handschuhe
- Beatmungsmaske
- Wundkompresse
- Verbandszeug
- Schere
- Pflaster
- Blasenpflaster
- Wundsalbe
- Bepanthen
- Zeckenzange
- Pinzette
- Schmerztabletten (Ibuprofen 400)
- Kohletabletten
Elektrolyte
Ich habe noch nie so lange so viel geschwitzt wie auf meiner Radreise. Deshalb habe ich täglich Elektrolyte getrunken – meistens Brausetabletten. Die gibt’s auch auf dem Balkan in jeder Apotheke und ich habe sie nach Bedarf nachgekauft.
Kleidung
Oh Mann, jetzt kommt ein Thema, das so unglaublich individuell ist. Welche und wie viel Kleidung jeder mitnimmt, hängt von so vielen Faktoren ab: Jahreszeit, Wärmeempfinden, Gewicht, Haptik & Optik, Hygienebedürfnis, Tourenanforderungen und -länge, Budget…ich sag mal grundsätzlich vorweg:
- Mein oberstes Bedürfnis in Sachen Kleidung: Wärme! Ich friere schnell…
- Mein zweites Bedürfnis: geringes Gewicht & Volumen.
- Nachrangig: das Bedürfnis, häufig die Kleidung zu wechseln.
- Speziell für den Balkan kam dazu: Sonnenschutz.
Da ich im Mai in Deutschland losgefahren bin und auf dem Balkan trotz Sommer mit kühlen Nächten rechnen musste, hatte ich eine relativ breite Range an Klamotten mit. Ich bin im Nachhinein sehr froh mit der Klamottenauswahl – ich habe alles über die komplette Zeit genutzt. Ich wäre auch ohne die Capri-Laufhose und den Windbreaker klargekommen. Und die Daunenjacke musste nur selten raus. Da mir Wärme aber sehr wichtig ist, habe ich sie gerne die komplette Zeit mitgeschleppt.
Radhose
Ich hatte eine gepolsterte Capri-Radhose von Loeffler an. Nachdem ich mir gleich in der ersten Woche einen Sonnenbrand an den Waden geholt hatte (Classic: Käsebeine im Mai…), habe ich sie mit Kniestrümpfen aus der Drogerie aufgetoppt. Das war auch an kühleren Tagen gut. Ansonsten habe ich sie regelmäßig durchgewaschen und bin auch mal nen Tag ohne Radhose gefahren.
Hosen/Leggings
Eine lange Leggings von Prana, eine Capri-Laufhose von Under Armour, eine Shorts von On Running. Alle drei habe ich je nach Temperatur sowohl fürs Schlafen als auch fürs Wandern und an radfreien Tagen als „Hose“ genutzt.
Shirts
Ich habe ziemlich helle Haut und muss entsprechend mit Sonne vorsichtig sein. Weil ich aber keine Lust hatte, mich täglich mit so viel Sonnencreme einzuschmieren – die klebt und außerdem wiegt sie ja auch was – bin ich überwiegend mit Longsleeves gefahren. Und da mir die klassischen, knallengen Radtrikots nicht so angenehm sind, habe ich diese hier mitgenommen:
- Ein leichtes Merino Longsleeve von Bergmensch zum Radeln > Das war sehr angenehm zu tragen, hat aber relativ schnell die Sonne am Rücken durchgelassen…
- Ein Sunhoodie von Marmot > Hält die Sonne super ab, fühlt sich toll auf der Haut an, ist aber etwas dicker und man schwitzt mehr.
- Ein Icebreaker Oasis 200 Merino Longsleeve zum Schlafen > schön warm und super Qualität, bitzelt aber minimal auf der Haut, wenn man empfindlich ist…
- Ein T-Shirt von Vaude – universell zum Schlafen, Wandern etc. genutzt
Fleece
Ohne Fleece fahre ich nicht los. Meine leichte Jacke von Salewa war perfekt an kühlen Tagen auf dem Rad, abends im Camp und in kühlen Nächten zusätzlich zum Schlafshirt.
Daunenjacke
Auch wenn es eine ultraleichte RAB Infinity Microlight ist – sie hat doch recht viel Platz im Gepäck eingenommen. War für mich aber eins dieser nicht diskutierbaren Teile, denn Frieren geht für mich gar nicht.
Windjacke
Ein Hauch von einer Jacke ist dieses Teil von Ortovox. Super an frischen, trockenen Tagen auf dem Rad, an denen mir meine Hardshell-Jacke zu „dicht“ war.
Hardshelljacke
Ich könnte euch jetzt lang und breit erzählen, nach welchen Kriterien ich mir meine Jacke von Mountain Equipment ausgesucht habe…wenn’s nicht ein Spontankauf gewesen wäre, haha! Ich hab sie gesehen, angezogen, aufgrund des Preises ziemlich gezuckt und sie dann trotzdem gekauft – weil ich wusste, dass sie die richtige für mich ist: wasser- und winddicht, sehr leicht, schön geräumig mit großen Taschen, hinten länger geschnitten und – natürlich – in einer meiner Lieblingsfarben. Und perfekt für den Zwiebellook – da passt sogar meine Daunenjacke drunter. Das ist übrigens gleichzeitig meine Wanderjacke – ein Hoch auf die Doppelnutzung!
Unterwäsche & Socken
Hier kann ich richtig klein packen, denn ich trage grundsätzlich hauchdünne seamless Slips. Die kann man prima durchwaschen, weil kaum was dran ist und sie schnellstens trocknen. Obenrum darf’s dann ein Tickchen mehr Material sein, aber auch nicht viel: Ich hatte ein Sportbustier von Tchibo mit. Und 3 Paar Socken: 1x kurze zum Radeln, 1x lange zum Wandern, 1x dicke zum Schlafen.
Mütze & Halstuch
Merino, olé! Zwei meiner wichtigsten Begleiter „obenrum“ sind von Buff. So ein feines Material, so schön warm und trotzdem mit geringem Packmaß – eine super Kombi und absolut zu empfehlen.
Handschuhe
Ich hatte 2 Paar mit, beide von Fox. Die langen hatte ich genau 1x an, die kurzen täglich, weil ich bei den hohen Temperaturen doch recht schwitzige Hände hatte.
Cap
Helle Haut braucht mehr Schatten auf’m Gesicht – deshalb hatte ich unter meinem Helm immer ein leichtes Cap von The North Face auf.
Schuhe
Da ich ohne Klickies gefahren bin, mich auf viel Schieben eingestellt hatte und zwischendurch auch mal Wandern wollte, hatte ich leichte Trailrunner an: Merrell Antora. Dazu noch leichte Birkenstocks Madrid aus EVA im Gepäck.
Elektronisches
Es kommen erstaunlich viele elektronische Dinge zusammen – und die wiegen entsprechend! Trotzdem hätte ich keins dieser Teile zu Hause lassen wollen. Sie bedeuteten für mich Komfort und haben mir ein gewisses Gefühl von Sicherheit verschafft:
Smartphone
Logisch, ohne das Teil geht gar nichts. Routenplanung, Kommunikation, Notruf, Recherche, Buchungen, Musik – ich habe es für alles genutzt. Nur die Navigation habe ich diesem kleinen Teil hier überlassen:
Fahrrad-Navi
Weil das Handy sehr viel mehr Strom zum Navigieren braucht (hauptsächlich wegen des Displays), habe ich ein Wahoo Elemnt Roam V2 (mittlerweile gibt’s ein neues Modell) mitgenommen. Meine Route bzw. Tagesetappen hatte ich mit komoot vorgeplant und das Ganze dann per App auf das Wahoo übertragen. Einfaches Handling, übersichtliche Navigation und der Akku hielt jeweils für ca. 3 Tage à 75 km – ich war damit sehr happy.
Satelliten-SOS-Sender
Allein unterwegs in einsamen Berggegenden? Bei mir hat ein Garmin Inreach Mini 2 für mehr Sicherheit gesorgt. Für dieses kleine GPS-Gerät kannst du einen Kommunikations- und Notfallservice buchen (ab 18 Euro pro Monat), der auch da funktioniert, wo dein Handy längst keinen Empfang mehr hat. Drückst du den SOS-Auslöser, wird ein Notruf abgesetzt und eine Bergung eingeleitet. Du hast auch die Möglichkeit, per Textnachricht zu kommunizieren, z.B. „Alles okay, bin angekommen.“
Ladegerät & Kabel
Ich nutze ein Schnellladegerät von Anker mit mehreren Anschlüssen. Das ist zwar größer und schwerer als ein normales, aber es lädt dafür auch wesentlich schneller und mehrere Geräte gleichzeitig. Noch schneller geht’s mit einem Schnellladekabel.
E-Reader
Was macht man abends im Zelt nach einem langen Radeltag? Noch ein paar Seiten lesen, bis einem von der Anstrengung und der ganzen frischen Luft die Augen zufallen. Ich hatte einen uralten Amazon Kindle mit, der sehr leicht ist und wenig Strom verbraucht. Da er nicht beleuchtet ist, brauchte ich das nächste Equipment-Teil, wenn es dunkel ist.
Stirnlampe
Meine Lampe von Nitecore (schon älter) ist ein tolles Teil. Sie hat 3 Helligkeitsstufen, ein verstellbares Leuchtteil (man kann es stufenweise kippen und so den Leuchtwinkel verändern) und ist superleicht. Zudem hält der Akku ziemlich lange.
Fahrradlampen
Joa, die hab ich nur ein oder zwei Mal gebraucht…ist ein altes USB-Set von Sigma Sport, das ich am Lenker und hinten am Gepäck festmachen kann.
Kopfhörer
Ich hatte auf dem Balkan Bluetooth-Kopfhörer von Teufel mit. Beim Radeln habe ich mir immer nur den rechten ins Ohr gesteckt, damit ich noch höre, was um mich rum passiert.
Powerbank
Die Anker PowerCore Essential mit 20.000mAh ist ein echter Klopper – sie wiegt fast 350 g! Dafür kann ich mein Smartphone damit ca. 5x laden. Das gibt mir ein Gefühl der Unabhängigkeit – ich muss nirgendwo ungewollt stoppen – und auch der Sicherheit. In den meisten Fällen wäre eine kleinere Powerbank aber ausreichend gewesen, da es häufig Lademöglichkeiten gab.
Und sonst noch
Hier kommt eine bunte Sammlung Dinge, die ich oben nicht zusortieren konnte. Das meiste davon habe ich oft und gern genutzt. Es gab aber auch ein paar Sachen, die ich quasi umsonst mitgeschleppt habe…
Schweini & Frido
Absolutes Must-have – ohne diese beiden kleinen Kuscheltiertypen wäre ich nicht losgefahren. Sie begleiten mich seit über 20 Jahren auf alle möglichen Unternehmungen als Glücksbringer und Beschützer.
Portemonnaie
Ich habe alltags auch schon ein sehr abgespecktes Portemonnaie, aber für die Radreise hab ich noch mal reduziert auf: Ausweis, Bankkarte, Krankenkassenkarte, Geld, Foto vom Liebsten und meinen Eltern.
Sonnenbrille
Ohne geht’s nicht auf dem Balkan. Ich habe eine großrahmige RayBan Sonnenbrille RB4068 (also keine spezielle Radbrille) mit gutem UV-Schutz, die mein holländischer Reisegefährte Joris liebevoll meine „Saint Tropez Glasses“ genannt hat. 😉
Ohrenstöpsel
Für einen tieferen Schlaf auf Campingplatz & Co. hatte ich Loop Earplugs Quiet aus Silikon mit. Die Dinger sind soooo bequem – speziell, wenn man wie ich sehr kleine Gehörgänge hat.
UL-Rucksack
Der Exped Splash wiegt 100 g, hat 15 l Volumen und kann bis 5 kg Zuladung ab. Damit kann man ganz wunderbar einen Tag wandern gehen, sich den Einkauf auf den Rücken schnallen oder Sachen wasserfest verpacken.
Notizbuch & Stift
Hätte ich weglassen können. Ich habe die Reise über meine abendlichen Stories dokumentiert und Dinge zusätzlich in meine Notizapp ins Handy getippert.
Stativ und Kameraauslöser
Ich wollte auch ein paar Fotos von mir machen, wie ich irgendwo rumsitze oder fahre. Dafür hatte ich ein kleines Handy-Stativ und einen Bluetooth-Auslöser von Joby mit. Scheint es beide nicht mehr zu geben…
Pee-Rag
Frei übersetzt ist das ein Pipi-Tuch, das du nach dem in Büsche gehen für das letzte Tröpfchen benutzt. Ich habe die fancy Variante von Kula-Cloth – die Außenseite lässt keine Flüssigkeit durch und die Innenseite ist aus antimikrobiellem Stoff. Du hängst es einfach an deine Packtaschen und lässt es dort wieder trocknen. Nach der Tour wäschst du es kurz von Hand durch und zack, ist es wieder einsatzbereit. So sparst du dir eine Menge Taschentücher und kannst „Leave no trace“ noch leichter umsetzen.
Alu-Schaufel
Wollte ich als Toiletten-Equipment fürs Wildzelten mitnehmen. Da ich nicht wild gezeltet habe, wurde das scharfe Teil The Deuce Dirtsaw leider nicht benutzt. Genauso wenig wie das hier:
Bidet
Es gibt von Happyhiker ein Bidet, das man auf PET-Flaschen aufschrauben kann. Das ist ein 3D-Druck, und die Vorlage kann man sich kostenfrei hier herunterladen. Dazu gibt’s auch noch eine Dusche mit dem gleichen Prinzip – die hab ich getestet und sie funktioniert prima.
Wäscheleine
War bei mir ein 2m langes dünnes Kletterseil. Brauchte ich so gut wie nie.
Waschsack
Der Scrubba Washbag Mini ist ziemlich praktisch, wenn viel Handwäsche angesagt ist. Er ist wasserfest und hat ein integriertes Waschbrett. Im Gepäck habe ich ihn als Packsack genutzt.
Schwammtuch
Damit nehme ich morgens Feuchtigkeit vom Zelt und bereite es so bestmöglich fürs Einpacken vor.
Alu-Sitzpad
Es ist klein, leicht und für einen warmen Po absolut unerlässlich. Außerdem kann man darauf prima Sachen ablegen oder sich draufknien, wenn der Boden feucht ist und man im Zelt rumkramt.
Wasserfeste Unterlage
Ich habe einen alten Regenrock mitgenommen und ihn quasi als Vorraum vor meinem Zelt ausgebreitet – zum Sachen ablegen, drauf sitzen, Dreck draußen halten…
Fragen?!
Okay, dieser Blogpost ist echt lang geworden…so viel Zeug, so viel dazu zu erzählen. Ich hab jetzt aber auch ausgeholt, weil ich weiß, wie doll einen das Thema Equipment vor so einer Reise beschäftigt. Bei meinen Recherchen habe ich auch kleinste Info-Details von anderen Bikepackern abgefeiert und mich von ihnen inspirieren lassen. Vielleicht helfen dir mein Blogpost und die komplette Bikepacking Packliste ja bei deinen eigenen Entscheidungen. Und wenn du Fragen hast – gern damit!
Coming soon
kleinRAUS kommt zu dir –
per Newsletter!
Ich teile mit dir 1x im Monat die neuesten Blogposts, was ich so erlebt und entdeckt habe und meine Tipps fürs „kleinRAUSkommen“.
Das könnte Dich auch interessieren
Wie war’s auf dem Balkan? Rückblick auf meine Radreise von Hannover nach Bosnien (und zurück)
Und, wie war’s? Die meistgestellte Frage nach meinem mehrmonatigen Balkan Bikeventure. Kurz gesagt: Genau so intensiv, abenteuerlich und raus aus der Komfortzone, wie ich es mir gewünscht hatte. Und genau so wunderschön. Lies weiter für einen tieferen Einblick in meine Reise, Details zu den Anforderungen und praktische Reise-Infos.
kleinRAUS auf großer Bikepacking-Tour – mit dem Gravelbike von Hannover nach Bosnien
Für 3 Monate tausche ich den Wanderrucksack gegen Packtaschen und mache mich mit meinem graveligen Abenteuerbuddy Tiggy auf in Richtung Balkan. Warum ich genau das machen will, wie ich mich als Radreise-Neuling vorbereite und warum meine Pläne für unterwegs sehr viel „Sehe ich dann“ enthalten, erfährst du in diesem Blogbeitrag.
Ein Wanderwochenende für Gruppen organisieren – mit diesen 7 Tipps wird’s für alle eine tolle Zeit
Ein Wanderwochenende ist eine großartige Möglichkeit, um aktiv Zeit mit Freunden oder gleichgesinnten Outdoorfans zu verbringen. Sie fühlen sich wie ein kleiner Urlaub an und schaffen ein bleibendes Gruppenerlebnis. Hier zeige ich dir, wie du sowas organisieren kannst – von der ersten Idee über die Planung bis zur konkreten Umsetzung – und wie das Ganze ein Spaß für alle wird.

















